Presseschau: 2719 Tore, zwei Brüder und ein Irokese

08.08.2007 11:53

Südwest Presse, Ehinger Tagblatt, 08. August 2007


BENEDIKT SIEGLER

Kommt der HSV wie in dieser Szene 2006 auch heuer so frei zum Zug und gelingt ihm eine Überraschung? Archivfoto Irokese Pascal Hens ist für den HSV und Deutschland am Ball. Archivfoto

Mit dem HSV Hamburg leuchtet erst seit wenigen Jahren ein neuer Stern am Handballhimmel in Deutschland. 1999 wurde der Verein unter dem Namen HSV Lübeck gegründet und bildete bis 2002 eine Spielgemeinschaft mit Bad Schwartau. Seit fünf Jahren nun ist die Mannschaft unter dem Namen Handballsportverein Hamburg bekannt.

Nach anfänglichen sportlichen und auch finanziellen Problemen hat sich das Team von Trainer Martin Schwalb als feste Größe in der stärksten Handball-Liga der Welt etabliert. In der vergangenen Saison schrammten die Nordlichter nur haarscharf an der Meisterschaft vorbei. Punktgleich mit dem THW Kiel entschied nur das direkte Duell gegen den HSV. Auf internationaler Ebene fast das gleiche Bild. Nach beeindruckenden Vorstellungen erreichten die Spieler das Endspiel des Europapokals. Dort traf man auf die für Schlecker-Cup-Fans bestens bekannten Spanier von Ademar Leon. Nach Hin- und Rückspiel stand ein Gesamtergebnis von 61:61. Aufgrund der mehr geschossenen Auswärtstore holten aber die Jungs von der Alster den Pokal in die heimische Color Line Arena.

Neben diesem ersten internationalen Erfolg haben die Hamburger bisher einmal den DHB-Pokal sowie zweimal den Supercup für sich entscheiden können. In diesem Jahr soll der große Angriff in der Champions League gestartet werden, um sich auch dort einen Namen zu machen.

Diesen haben bereits viele Spieler des aktuellen Kaders durch ihre Leistungen in den letzten Jahren. Allen voran die deutsche Garde rund um Pascal Hens. Der Mann mit dem Irokesen-Schnitt ist eine feste Größe im Team und bildet zusammen mit Torsten Jansen, Stefan Schröder und Neuzugang Johannes Bitter das Nationalmannschafts-Quartett des Klubs. Über 300 internationale Partien stehen auf dem Konto der Auswahlspieler.

Yoon Kjung-Shin kommt allein mit seiner Person auf über 260 Länderspiele. Der Südkoreaner ist seit einem Jahr das Aushängeschild des HSV. Welthandballer, siebenmaliger Torschützenkönig der Bundesliga und Sportler des Jahrhunderts in Südkorea - mit seinen 2719 Toren ist der das Non-Plus-Ultra in Deutschland. Wenn er vor dem gegnerischen Gehäuse auftaucht, ist es für den Torwart meist schon zu spät. Flankiert wird der Asiate meist von Bertrand und Guillaume Gille, die das beste bisher dagewesene Brüderpaar im Handball bilden. Ob Bertrand jedoch topfit in Ehingen aufläuft, steht noch nicht endgültig fest. Ein Muskelfaserriss stoppte ihn bereits in der Vorbereitung.

Der Rest der Mannschaft ist auf jeden Fall bereit, bei der vierten Teilnahme den Cup das erste mal zu gewinnen. Bislang belegte man "nur" die Ränge zwei und drei. Bei der Vorpremiere am Brümmerhoff-Cup verpassten die Handballer trotz eines starken Auftritts des schwedischen Neueinkaufs Hans Lindberg das Finale mit einer Niederlage gegen Veszprem. Eine Revanche ist schon bald möglich. Dann im Endspiel um den Schlecker-Cup-Pokal.