Heiß auf Ver­glei­che mit der in­ter­na­tio­na­len Kon­kur­renz

09.08.2016 16:44

Schwäbische Zeitung, 8.8.16 Autor: Andreas Wagner Handball, Sparkassen-Cup: Schaffhausen ist nach 2014 zum zweiten Mal beim Turnier in Ehingen dabei Ehingen - Wer an den Schweizer Handball denkt, kommt an den Kadetten Schaffhausen nicht vorbei. Es ist der seit mehr als zehn Jahren dominierende Verein des Landes. Zur sportlichen Fortentwicklung müssen die Kadetten aber über die Grenzen der Schweiz hinaus, bewusst tritt das Team in der Saisonvorbereitung bei Turnieren in Deutschland an. Auch beim Sparkassen-Cup in Ehingen am 20./21. August ist Schaffhausen dabei. Kadetten-Trainer Lars Walther scheint das Ehinger Turnier am Herzen zu liegen. Der 50-jährige Däne kam 2012 mit dem polnischen Spitzenklub Wisla Plock in die Längenfeldhalle und 2015 mit dem rumänischen Champions-League-Teilnehmer Baia Mare. Nun folgt der dritte Auftritt mit dem Schweizer Meister und Pokalsieger Schaffhausen, für den Walther seit Januar arbeitet. Beim Gedanken an den Cup kommt er fast ins Schwärmen. "Es ist ein sehr professionelles Turnier, aber trotzdem sehr familiär. Man fühlt sich wie zu Hause", so Walther. Auch habe die Veranstaltung einen weit über die Region hinausreichenden Ruf. "Viele sprechen über das Ehinger Turnier." Kaum Konkurrenz in der Liga Dem Trainer der Kadetten kommt der Sparkassen-Cup auch sportlich gelegen. Schaffhausen ist in der Schweizer Liga fast konkurrenzlos, nur Pfadi Wintertuhr und Wacker Thun halten annähernd mit und stoßen ebenfalls auf ein größeres Publikumsinteresse. Handball ist in der Schweiz weniger populär als in Deutschland, nicht nur der Fußball ist voraus, sondern auch Wintersport und Eishockey. "Das hat viel mit Geld zu tun", so Walther. Dass die Handballvereine gegenüber anderen Sportarten zurückstehen müssen, bedauern die Verantwortlichen in Schaffhausen, aber sie jammern nicht - im Gegenteil: Sie wollen es ändern und aufholen. "Es ist unser Job, den Handball zu verkaufen, aber wir haben noch ein Stück Arbeit vor uns." Hilfreich beim Kampf um Popularität und Marktanteile sind Erfolge. Am besten auch internationale. Die Kadetten sind für die Champions League qualifiziert, wurden aber einer Vorrundengruppe zugelost, die einen das Fürchten lehren kann: Veszprém, Barcelona, Paris Saint-Germain, Kiel, Flensburg-Handewitt sind Kandidaten fürs Final Four, dazu kommen Wisla Plock aus Polen und Silkeborg aus Walthers Heimat Dänemark. Dem Kadetten-Trainer ist dennoch nicht bange vor den Champions-League-Spielen. "Wir glauben an uns und versuchen, den sechsten Platz zu erreichen." Für Überraschungen will der Schweizer Meister sorgen - "wie Island bei der Fußball-EM". Den Vergleich mit Spitzenmannschaften aus anderen Ländern sucht Schaffhausen aber schon in der Vorbereitung. Ehingen ist eines von drei Turnieren in Deutschland, an dem die Kadetten teilnehmen. "Spiele gegen Bundesligisten sind die beste Vorbereitung für uns", sagt Lars Walther. Gut sind die Spiele auch für die Entwicklung der vielen jungen Spieler und der Mannschaft insgesamt, die sich gegenüber der vergangenen Saison auf einzelnen Positionen verändert hat. Unter den Neuen sind mit dem Polen Michal Szyba und dem Schweden Kristian Bliznac zwei international beschlagene Routiniers. Szyba war bisher aber noch gar nicht im Kadetten-Training - er hatte sich mit Polen aufs olympische Handballturnier vorbereitet und stößt erst nach den Spielen in Rio zu seinem neuen Verein. Worüber Walther nicht glücklich ist. Denn Ende August startet bereits die Meisterschaft in der Schweiz. Größte Erfolge Schweizer Meister 2005 bis 2007, 2010 bis 2012, 2014 bis 2016; Cupsieger 1999, 2004, 2005, 2007, 2008, 2011, 2014, 2016; Supercup-Sieger 2004 bis 2007, 2010 bis 2014, 2015/16.