SZ nachgefragt: "CUP hat einen hohen Stellenwert"

21.07.2013 15:14

Schwäbische Zeitung, 23.3.2013

Jaume Fort ist nicht nur eine Handball-Torwartlegende, die beispielsweise in der Bundesliga bei Frisch-Auf Göppingen gespielt hat. Der Spanier ist euch eng befreundet mit den Organisatoren des Sparkassen- Cups. SZ-Redakteur Tobias Götz hat sich mit ihm unterhalten.

Herr Fort, das Ehinger Handballturnier ist gerettet. Welchen Stellenwert hat das Turnier für Sie als ehemaliger Handballprofi, der lange Zeit in Deutschland gespielt hat?
Dieses Turnier hat einen hohen Stellenwert. Es handelt sich um eine optimale Gelegenheit für die Mannschaften,
kurz vor Saisonbeginn gegen starke Gegner zu testen. Und das bei einer tollen und familiären Atmosphäre. Als Spieler hat es immer Spaß gemacht, zusammen mit den Fans das Turnier zu genießen. Für die Zuschauer ist es eine Möglichkeit, den besten Handball zu erleben. Ich habe sehr gute Erinnerungen an das Ehinger Turnier und
wenn ich wieder in Ehingen bin, treffe ich mich mit vielen alten Freunden.

Sie sind fast jedes Jahr beim Cup in Ehingen. Kommen Sie auch dieses Jahr wieder?
Es wäre sehr schön, aber das weiß ich noch nicht.

Mit den Füchsen aus Berlin kommt der Titelverteidiger wieder nach Ehingen. Wie stark schätzen Sie das Team und vor allem Ihren Torwart-Kollegen Silvio Heinevetter ein?
Die Füchse haben eine sehr ausgeglichene und kämpferische Mannschaft. Die haben sich gut im oberen
Drittel der Tabelle etabliert. Hut ab vor der Arbeit von Dagur Sigurdsson und Bob Hanning. Silvio ist ein Top-
Torwart. Er zeigt seine Persönlichkeit im Tor und hat seinen eigenen Stil entwickelt, um die Schützen unter
Druck zu setzen. Man merkt, dass er seinen Job genießt.

Sie waren einer der Hauptorganisatoren der vergangenen Handball- WM in Spanien. Wie ist das Turnier aus Ihrer Sicht gelaufen? Was war für Sie der Höhepunkt?
Die WM war ein voller Erfolg. Auf der einen Seite ist es sportlich optimal gelaufen: wir sind Weltmeister. Trotz des Ressourcenmangels es ist auch organisatorisch sehr gut gelaufen. Das ist gerade nicht unwichtig, da das Image von Spanien nicht das beste im Moment ist. Die WM war ein positives Signal in die ganze Welt. Einen Top-Event zu organisieren mit einem kleinen Etat war eine riesige Herausforderung, aber wir haben es geschafft und darauf bin ich sehr stolz. Ich habe sechs Weltmeisterschaften als Spieler erlebt. Dieses Mal als WM Competition Director
habe ich auch viel gelernt und das ist für mich sehr wichtig. Der Höhepunkt war das Finale: Wahnsinn, was auf dem Spielfeld passiert ist. Klar: es war kein spannendes Spiel, aber für Spanien es ist perfekt gelaufen.

Die deutsche Handball-Liga gilt als beste der Welt. Sehen Sie das als Spanier auch so?
Ohne Zweifel. Es gibt keine andere Liga wie die Bundesliga. Unsere Liga ASOBAL kann lange nicht mehr mit
der Bundesliga mithalten und die Perspektiven sind schlecht. Ich hoffe nur, dass in den kommenden Jahren
in die Nachwuchsarbeit investiert wird.

Was machen Sie derzeit beruflich? Gibt es Kontakte zu deutschen Handball-Clubs?
Ich bin immer noch mit dem WM Abschluss beschäftigt. Ich muss aber einen neuen Job/Projekt finden. Ich würde natürlich sehr gerne im Handball weiter arbeiten: Ich habe zwar meine A-Trainer Lizenz, aber ich würde lieber weiter im Sport-Management arbeiten. Da die Perspektiven in Spanien gerade so schlecht sind, muss ich mich wieder international orientieren. Wer weiß, vielleicht muss ich wieder nach Deutschland umziehen...