Edelfans der "Zebras" kommen beim Cup auf ihre Kosten

27.08.2009 18:04

Schwaebische Zeitung Ehingen 

Nachlese vom 23. Schlecker CupVon allen Zuschauern des 23. Schlecker Cups hatten Jutta und Peter Bathel die wohl weiteste und sicher die längste Anreise. Die beiden Edelfans des THW Kiel starteten mit ihrem Wohnmobil und ihrem Hund "Paul" eine 14-tägige Deutschland-Tour und schauten sich auf dem Weg nach Ehingen einige Städte und Sehenswürdigkeiten an. Am Freitag kam das Rentner-Ehepaar an und steuerte gleich den Golfplatz in Rißtissen an, wo bekanntlich das "Meet & Greet" der Mannschaften stattfand. Dort gewährten sie der SZ auch Einblick in ihr fahrbares "Einfamilienhaus", das mit unzähligen, schwarz-weißen Zebras gefüllt ist - dem Maskottchen des THW Kiel. Kurios: Obwohl Jutta und Peter Bathel seit Jahrzehnten ihrem Lieblingsverein durch halb Europa nachreisen, waren sie noch nie beim Schlecker Cup. "Es hat eben zeitlich noch nie gepasst", meinte die 66-jährige Bathel am Finaltag. Sprach's und machte sich mit ihrem 67-jährigen Gatten wieder auf die Heimreise.
Auf Reisen gehen, oder besser: fahren, kann künftig auch Regina Steck. Die Elchingerin gewann beim Schlecker Cup einen 1er BMW. Als sie bemerkte, dass sie mit der Losnummer 2258 den Hauptgewinn gezogen hatte, kam Steck ungläubig auf Schlecker-Marketingdirektor Uwe Blank zu. Als dann aber klar war, dass ihre Nummer gleichzeitig der Schlüssel zu einem nagelneuen Auto ist, sprang Regina Steck vor Freude im Kreis und jubelte mit einer Bekannten.
Drenovak geht fremd: Eigentlich ist die Aufgabe des Ehingers David Drenovak, zusammen mit Andreas Wax, die sportliche Organisation des Schlecker Cups. Doch in der Nacht von Samstag auf Sonntag durfte sich Drenovak zwischen ein und zwei Uhr als Zahnartzthelfer verrsuchen. Veszprems Torwart Dejan Peric bekam plötzlich Zahnschmerzen und musste behandelt werden. Da jedoch des Nächtens nur eine Zahnärztin ohne Zahnartzhelferin aufzutreiben war, durfte Drenovak mit dem Schlauch den Speichel absaugen.
"Es war wieder genial bei euch", sagten die beiden Schiri-Brüder Bernd und Reiner Methe aus Vellmar. Doch eine kleine Bitte haben die Zwillinge für den 24. Schlecker Cup an Andreas Wax bereits gerichtet: "Könnten wir nächstes Jahr eine Physiotherapeutin bekommen?"
Ob da dann wieder die Ehingerin Melanie Seiffert als Physiotherapeutin einspringen wird, ist gut möglich. Denn die Ehingerin hat am Schlecker Cup mal wieder die Wehwehchen der Spieler behandeln dürfen. Dass es sich dabei für Melanie Seiffert nicht um fremdes Terrain handelt, ist klar. Denn Seiffert betreute jahrelang Frischauf Göppingen in der Handball-Bundesliga.
Nicht nur Handball, sondern auch ein wenig Fußball wurde am Wochenende in der Längenfeldhalle gespielt. In einem Einlagenspiel unter Leitung von Schiri Herrmann Glöckler, trat die Stadtverwaltung gegen die Schleckerverwaltung an. Schiedlich, friedlich trennte man sich 3:3 (1:2)-Unentschieden. Das schönste Tor erzielte Max Weber per Kopf für die Stadt zum 3:3-Ausgleich. Für die Stadt waren Josef Schmid, Alexander Baumann, Max Weber, Norbert Huber, Rupert Föhr, Frank Hohl und Joachim Kutschker am Ball. Trainer war Heinz Fiesel. Das Schleckerteam bestand aus Anton Kaim, Wolfgang Stohr, Andreas Stohr, Raffael Stohr, Markus Willbold, Jochen Falch, Thomas Handschell und Frank Hahn.
Mit einem 2:0-Auswärtssieg in Ennahofen ist der SC Nasgenstadt in die Fußball-Kreisliga B I gestartet. Und weil die Nasgenstadter in den vergangenen Jahren so gut wie nie ihr erstes Spiel gewonnen haben, feierten sie dieses seltene Erlebnis singend, ausgelassen und frühlich wie den Meistertitel in der Fußball-Bundesliga. Etliche Stunden nach Spielende saßen noch einige Spieler im Biergarten des "Bistro 84" und begossen den Sieg mit einem Humpen - oder waren es doch ein paar mehr? Nächste Woche empfängt der SC Nasgenstadt den TSV Allmendingen II. Noch ein Sieg und den Nasgenstadtern ist zuzutrauen, dass sie vor lauter Euphorie mit einem Autokorso durch Ehingen fahren.
Auch in Sachen Geräuschpegel waren die Nasgenstadter Fußballer am Sonntagabend den Handballern des Schlecker Cups deutlich überlegen, obwohl die Handballer zahlenmäßig um einiges stärker vertreten waren. Wieder einmal sind die zahlreichen Handballstars aus Kiel, Lemgo, Zagreb oder Valladolid ihrem Ruf als sympathische Sportler zum Anfassen gerecht geworden. Sie erfüllten auch abseits der Längenfeldhalle jeden Autogrammwunsch und ließen sich mit den Fans fotogragieren. Und der Abend zeigte auch, wie gut sich die Handballer untereinander kennen. Hier eine nette Unterhaltung zwischen befreundeten Spielern, die zuvor noch Gegner waren, dort eine Umarmung unter Männern, die sich schon lange kennen. In Ehingen trifft sich die Handballfamilie am liebsten.