Kiel meldet sich eindrucksvoll zurück

27.08.2009 17:50

Schwaebische Zeitung Ehingen 
Der THW Kiel hat sich nach einem Jahr Pause beim Schlecker Cup eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Deutsche Rekordmeister gewann gestern die 23. Auflage des hochkarätig besetzten Handballturniers in der Ehinger Längenfeldhalle mit einem 30:27 (14:17)-Finalsieg gegen RK Zagreb. Titelverteidiger Valladolid wurde Letzter.
Alles beim Alten beim Schlecker Cup: Rekordgewinner Kiel hat in einem spannenden, teilweise hochklassigen Endspiel gegen Zagreb seiner Ehinger Erfolgsgeschichte einen weiteren, den mittlerweile siebten Titel hinzugefügt. Den musste sich der THW gestern in der proppenvollen Längenfeldhalle aber hart erkämpfen, denn die Kroaten führten - auch ohne ihren verletzten Superstar Ivano Balic - nach einer kurzen Kieler Schwächephase zur Halbzeit mit 17:14.
Nach der Pause forcierten die Norddeutschen jedoch ihr Tempo- und Kombinationsspiel, schafften nach rund 40 Minuten den 21:21-Ausgleich und zogen danach unwiderstehlich davon. In der Schlussphase kam Zagreb zwar noch einmal auf ein Tor heran (26:27), doch der THW, bei dem die Scharfschützen Kim Andersson und Momir Ilic (je sechs Tore) herausragten, machte mit zwei weiteren Treffern den Sack zu. "Wir sind erst nach der Halbzeit besser ins Spiel gekommen", meinte THW-Coach Alfred Gislason. "Aber Zagreb ist eine junge Mannschaft, die von Jahr zu Jahr stärker wird."
"Veszprém hätte es verdient"
In diesem Jahr war es noch zu wenig, um Kiel zu bezwingen. Dabei hätte um ein Haar nicht der THW, sondern Veszprém im Endspiel gestanden. Die Ungarn, die Kopenhagen im Spiel um Platz drei mit 34:27 abfertigten, präsentierten sich heuer unglaublich stark und verpassten den Finaleinzug durch eine unglückliche 34:35-Niederlage gegen die Kieler im entscheidenden Gruppenspiel. "Veszprém hätte heuer den Turniersieg verdient gehabt", meinte auch Andreas Wax. Etwas enttäuscht war der Sportorganisator von Valladolid. Der Titelverteidiger wurde mit drei Niederlagen Letzter, stand jedoch noch früh in der Vorbereitungsphase und musste ohne seinen Mittelmann Oscar Perales auskommen.
Insgesamt war Wax mit der 23. Turnierauflage jedoch vollauf zufrieden. "Es war sportlich so eng wie selten und in einigen Spielen spannend bis zur Schlusssekunde", so der Sportorganisator. "Und ich glaube, der Besuch von Joachim Deckarm hat die Besucher besonders gefreut. Und ich denke, dass sich ,Jo' in Ehingen auch wohlgefühlt hat."
Gefälschte Karten im Umlauf
Nicht so wohl gefühlt haben dürften sich manche Karten-Inhaber, die wegen Überfüllung oft lange vor den Eingangstoren stehen bleiben mussten. "Die fehlende Hallenkapazität ist eben unser altes Problem", sagt Andreas Wax. Der Security-Dienst bemühte sich zwar nach Kräften, freiwerdende Plätze zu sichten und diese möglichst bald wieder mit Wartenden zu besetzen, musste sich jedoch manchmal böse Worte von enttäuschten Handballfans anhören. Das Problem verschärfte sich am Finaltag noch, weil gefälschte Tickets im Umlauf waren. Davon ließ sich Wax aber seine Freude über die gelungene Mammutveranstaltung nicht vermiesen: "Es war nach dem letzten Jahr diesmal wieder ein konventioneller Schlecker Cup mit Kiel als klassischem Sieger. Wir haben die gute Tradition des Turnier fortgesetzt."