Rekordsieger Kiel holt wieder den Pokal

27.08.2009 17:47

Suedwest-Presse,Ehinger Tagblatt
Handball: Der THW ringt in einem hochkarätigen Schlecker-Cup-Finale Zagreb mit 30:27 (14:17) nieder. Für Vorjahressieger BM Valladolid blieb dieses Jahr beim internationalen Handballturnier nur der letzte Rang. Mit dem Platz an der Sonne setzte der Deutsche Meister eine Duftmarke für die anstehende Saison.
Rasante Spiele und überzeugende Auftritte von europäischen Topmannschaften sahen die Besucher des 23. internationalen Schlecker-Cup in der rappelvollen Ehinger Längenfeldhalle. Im THW Kiel fand das Turnier einen würdigen Sieger, der zeigte, dass er auch mit verändertem Kader in der anstehenden Saison in der Liga und auf europäischer Ebene ganz vorne mitmischen will.
In einem mit Superstars besetzten Finale - mit Zagreb traf quasi die kroatische Nationalmannschaft auf den deutschen Abonnementmeister - blieben Tore trotz streckenweise hohen Tempos zunächst Mangelware.
Die Abwehrreihen beider Mannschaften standen kompakt, nach einer guten Viertelstunde hieß es 6:6. Eine zwei-Tore-Führung von Kiel (11:9/21.) konterte Zagreb zu einem 14:17 zur Pause. Zwischendurch nahmen beide Mannschaften etwas das Tempo raus - kein Wunder im dritten Spiel über 60 Minuten binnen zweier Tage. Doch wenn sich die Gelegenheit bot, gab es auch rasante Tempogegenstöße zu bewundern. Kiel, angefeuert vom Publikum, glich Mitte der zweiten Halbzeit aus und drehte den Spieß erneut (25:23/50.).
Zagreb, das auf seinen angeschlagenen Superstar Ivano Balic vorsichtshalber verzichtete, hatte gegen Ende nichts mehr zuzusetzen. Von 27:26 (56.) zog Kiel auf 30:26 davon. Das letzte Tor der Kroaten war nur noch Ergebniskosmetik.
Im Spiel um Platz drei knüpfte MKB Veszprém gegen den FC Kopenhagen nahtlos an seine überzeugenden Auftritte des Vortags an und gewann 34:27. Die Ungarn führten schnell mit 12:6. Den sechs-Tore-Vorsprung verteidigten sie bis zur Halbzeit (18:12) und bauten ihn gar auf zehn Treffer aus 23:13 (37.). Doch die Dänen mit ihrem äußerst starken Torhüter Kasper Hvidt als Rückhalt gaben nicht auf, kamen noch einmal bis auf drei Tore heran (26:29/54.). Den Sieg ließen sich Veszpréms Spieler aber nicht mehr nehmen. Anschließend machten sie sich schnell auf den langen Rückweg mit dem Bus, um zum Frühstück wieder zuhause zu sein, fehlten deshalb bei der Siegerehrung.
Als einzige etwas enttäuschend waren die Spanier von BM Valladolid, die nicht an ihre starken Darbietungen vom Vorjahr anknüpfen konnten. Im Spiel um Platz fünf unterlagen sie Lemgo 26:30 (12:17). Der TBV, der nach zwei knappen Niederlagen am Samstag einen ungefährdeten Sieg mit zeitweise sieben Toren Vorsprung (30:23) holte, zeigte, dass er mit den Champions-League-Teilnehmern durchaus mithalten kann.
"Ich freue mich, dass wir das Turnier mit einem Sieg abschließen konnten", sagte Lemgos Trainer Markus Baur. "In den ersten beiden Partien haben wir es verpasst, den Sack zuzumachen." Einen großen Teil des letzten Spiels verbrachte Michael Kraus auf der Bank. Der Ex-Göppinger hatte sich bei einem Schlagwurf am Oberarm verletzt. "Nichts Schlimmes. Die Bizepssehne ist überlastet", beruhigte "Mimi" Kraus seine zahlreichen Fans, denen er anschließend für Fotos ausführlich zur Verfügung stand.

Ergebnisse
Spiel um Platz fünf:
TBV Lemgo - Valladolid 30:26 (17:12)

Spiel um Platz drei:
Veszprém - Kopenhagen 34:27 (18:12)

Spiel um Platz eins:
THW Kiel - RK Zagreb 30:27 (14:17)