Lemgo will nach vorne

13.08.2009 17:30

Suedwest-Presse,Ehingen

Handball-Schlecker-Cup: Prominenz auch im Management
Noch neun Tage sind es bis zum Start des großen Handballturniers um den Schlecker-Cup in Ehingen. Unter den sechs Spitzenmannschaften, die am 22. und 23. August antreten, ist auch wieder der TBV Lemgo.
Enttäuscht sei er nach dem schwachen Abschneiden gewesen, denn auch der Rest des Teams habe sich den Auftritt in Ehingen ganz anders vorgestellt, erinnert sich Andreas Wax, sportlicher Organisator des Schlecker-Cups, an die Worte von Markus Baur. Der 38-jährige Trainer des TBV Lemgo zeigte sich 2008 alles andere als zufrieden mit dem fünften Platz - nachdem sich Lemgo nach elf Jahren wieder den Zuschauern in der Längenfeldhalle präsentiert hatte. Kein Grund allerdings für die Organisatoren, die Westfalen bei der 23. Auflage des Turniers nicht mehr einzuladen. Im Gegenteil: "Keine fünf Minuten nach dem Anruf bei Lemgo im Herbst kam die Zusage", berichtet Wax über die positive Rückmeldung der Verantwortlichen.
"Ohnehin hat es den Lemgoern im vergangenen Jahr richtig gut gefallen", berichtet der 33-Jährige weiter. Beim dritten Versuch nach 1997 und 2008 soll nun endlich ein Platz auf dem Podium herausspringen. Schließlich gehen die Spieler dieses Mal auch ohne Handicap an den Start. Im Vorjahr waren etliche Topstars aufgrund der Olympischen Spiele erst am Mittwoch vor Turnierbeginn ausgelaugt aus China zurückgekehrt.
Dennoch sind genau diese Nationalspieler der Trumpf des TBV Lemgo. Mehr als ein halbes Dutzend hat der Bundesligist in seinen Reihen, darunter auch viele Deutsche. Michael "Mimi" Kraus, Florian Kehrmann, Sebastian Preiß, Carsten Lichtlein und Martin Strobel dürfte auch den weniger begeisterten Handball-Fans bekannt sein. Des Weiteren werden auch ausländische Topspieler ihre Runden auf dem Parkett drehen. Allen voran die isländische Torgarantie Logi Geirsson und der Ungar Ferenc Ilyes, der von Mitkonkurrent Veszprem nach Lemgo gewechselt ist. "Nicht zuletzt wegen der Familie hat Ferenc den Schritt nach Deutschland gewagt, denn seine Schwester spielt hier selbst aktiv Handball", weiß Andreas Wax. Für Negativschlagzeilen sorgte Stammtorhüter Martin Galia. Dem Tschechen wurde im März 2009 bei einer Dopingkontrolle eine verbotene Substanz nachgewiesen, die eine Sperre von sechs Monaten zu Folge hatte.
In der abgelaufenen Meisterschaft belegte Lemgo hinter Rekordmeister Kiel, Hamburg und den Rhein-Neckar Löwen den vierten Rang in der Bundesliga. Im EHF-Pokal, vergleichbar mit der Europa League im Fußball, war im Achtelfinale Schluss. Nach kargen Ergebnissen in der Vergangenheit sind solche Achtungserfolge aber trotz alledem ein Fortschritt für den Verein. "Das Triumvirat Markus Baur, Volker Zerbe und Daniel Stephan hat den Klub wieder auf die Erfolgsspur gebracht", weiß Wax, der von den fast schon legendären Ex-Handballern eine hohe Meinung hat.
Dass er damit nicht alleine steht, zeigt schon die Statistik. Stephan, der seit 2008 als Sportlicher Leiter fungiert, hat 184 Länderspiele bestritten und war mit Lemgo zweimal Deutscher Meister. Zerbe, der in seiner gesamten Karriere für den TBV gespielt hat, kommt sogar auf über 280 internationale Einsätze. Dies wurde in seiner Heimat entsprechend honoriert: Eine Sporthalle in Lemgo ist für den heutigen Geschäftsführer in "Volker-Zerbe-Halle" umbenannt worden.
Der gebürtige Meersburger Baur komplettiert das erfolgreiche Team als Trainer. Bei der Weltmeisterschaft im Januar diesen Jahres konnten Millionen Zuschauer den Familienvater sogar als Experte im Fernsehen bestaunen. Für die Fans in Ehingen gibt es spätestens in neun Tagen die Möglichkeit, den zweifachen Handballer des Jahres live am Spielfeldrand zu sehen.