Für Titelverteidiger Valladolid zählt jeder Pokal

11.08.2009 18:44

EHINGEN/Schwaebische Zeitung
Der 23. Schlecker Cup in Ehingen rückt immer näher — und mit ihm sechs europäische Handballspitzenmannschaften. Weltmeister, Olympiasieger und zahlreiche Nationalspieler
messen am 22. und 23. August ihre Kräfte inder Längenfeldhalle. Die SZ stellt die Teams vor.
Heute den Titelverteidger CBM Valladolid aus Spanien.
Sektduschen, Freudentänze, Jubelarien: Selten zuvor hat sich eine
Handballmannschaft so über den Gewinn des Schlecker Cups gefreut wie der
Vorjahressieger Club Balonmano Valladolid. „Die Mannschaft hatte sichtlich
ihren Spaß“, erinnert sich Andreas Wax, sportlicher Organisator des
Schlecker Cups, an die spontane Siegesfeier in der Längenfeldhalle.
Spontan und überraschend, denn die Spanier hatte bei ihrer ersten
Schlecker Cup-Teilnahme 2008 niemand auf der Rechnung gehabt. Favoriten
waren Lemgo und Veszprem, die jedoch auf den Plätzen fünf und sechs
landeten. „Die Mannschaft hat ihre Klasse unter Beweis gestellt“, sagt Wax.
Deshalb geht der Tabellendritte der spanischen Bundesliga dieses Jahr als
Titelverteidiger an den Start — und als amtierender Europapokalsieger der
Pokalsieger. Gegen den deutschen Bundesligisten Nordhorn setzten sich die
Spanier im Finale durch. „Vom spielerischen Potenzial her ist die
Mannschaft erstklassig besetzt“, räumt Wax der Mannschaft Chancen zur
Titelverteidigung ein — trotz der starken Gruppe mit Kiel und Veszprem.
Zwar wechselte der bullige Kreisläufer Carlos Prieto zu den Rhein-Neckar
Löwen, doch mit dem Slowaken Luka Scurek wurde ein adäquater Ersatz
gefunden. Für die Position des Torwarts hat sich Valladolid mit dem
41-jährigen schwedischen Nationaltorhüter Tomas Svensson verstärkt. Er
soll als Nummer zwei hinter Stammtorhüter Manuel Sierra das Talent des
jungen dritten Torhüters, David Casado, fördern. Zu den Top-Spielern des
Teams gehört vor allem der Linksaußen Tvedten Havard, der der überragende
Werfer im vergangenen Jahr war. Valladolid ist in der Liga die Mannschaft
mit den meisten spanischen Nationalspielern — im Gegensatz zu Ciudad Real
und Barcelona, die lieber auf Legionäre setzen.
Doch der eigentliche Star ist der Trainer Juan Carlos Pastor, der als
Coach zwei olympische Medaillen gewann und aus Valladolid innerhalb
kürzester Zeit eine europäische Spitzenmannschaft formte. Er sei heiß
darauf, den Titel zu verteidigen, wurde Wax von der spanischen
Torhüter-Legende Jaume Fort berichtet. Denn für Valladolid zähle jeder
Pokal. Ein Pokal, der ein Stück weit Jaume Fort gehört. Er war
verantwortlich dafür, dass Valladolid im vergangenen Jahr nach Ehingen
gereist war. „Er freute sich natürlich, dass er mit Valladolid auf das
richtige Pferd gesetzt hat“, sagt Wax.