Stammgast fehlt noch der Cup-Sieg

11.08.2009 18:42

(EHINGEN/tha)- Schwaebische Zeitung

13 Teilnahmen, fünf Mal im Finale, nie gewonnen, aber immer gerne gesehen ist die ungarische Handballmannschaft von MBK Veszprem. Dieses Jahr soll der erste Cupsieg gefeiert werden.
Der 23.Schlecker Cup in Ehingen rückt immer näher - und mit ihm sechs europäische Handballspitzenmannschaften. Weltmeister, Olympiasieger und zahlreiche Nationalspieler messen am 22. und 23. August ihre Kräfte in der Längenfeldhalle. Die SZ stellt die Teams vor. Heute ist MKB Veszprem an der Reihe.
Sie kennen den Weg nach Ehingen im Schlaf, finden allein in die Längenfeldhalle und wissen, wo ihr Hotel steht: Die Rede ist von Funktionären und Spielern des MBK Veszprem. "Veszprem gehört schon längst zum Inventar des Schlecker Cups", sagt der sportliche Organisator Andreas Wax über den Handballverein, zu dem über die Jahre hinweg ein erstklassiges Verhältnis entstanden sei. Vielleicht kommt der ungarische Meister auch deshalb immer noch nach Ehingen, weil er schon fünf Mal im Finale stand, aber noch nie den Schlecker Cup gewonnen hat. Einmal scheiterte die Mannschaft erst im Siebenmeterschießen gegen Montpellier. Doch den Siegerpokal des Schlecker Cups haben die Spieler von Veszprem bei 13 Teilnahmen noch nie in ihren Händen gehalten. Vielleicht 2009? "Die Mannschaft ist wie eine Wundertüte. Wenn sie gut in Form ist, kann sie jeden Gegner im Turnier schlagen. Wenn es ihr nicht läuft, verliert sie jedes Spiel", sagt Wax über die Spielstärke von Veszprem.
National feierte das Team dieses Jahr seinen 17. Meistertitel, international schied es erst im Viertelfinale der Champions-League gegen Ciudad Real, den späteren Champions-League-Sieger, aus. Nach dem Heimspielsieg fehlten im Rückspiel nur zwei Tore für den Einzug ins Halbfinale. Der rechte Rückraumspieler Marko Vujin war mit 89 Treffern der beste Torschütze in der Champions-League. "Die Mannschaft ist bestückt mit ausgezeichneten Handballern", so Wax.

Gute Jugendarbeit
So bilden die Akteure Georg und Tamas Ivancsik und Peter Gulyas das Rückgrat der ungarischen Nationalmannschaft, die bei der WM in Kroatien der deutschen Nationalmannschaft mit 25:28 unterlag. Und: "Die Jugendarbeit in Veszprem zählt zu den besten Talentschmieden Europas", ergänzt Wax.
Der bekannteste Name ist der des Trainers: Lajos Mocsai war Trainer beim TBV Lemgo, TuS Nettelstedt, dem VfL Gummersbach und der ungarischen Nationalmannschaft. Seit 2005 ist er verantwortlich für das sportliche Abschneiden von MKB Veszprem. Und damit auch für die Platzierung beim Schlecker Cup 2009. Doch auch dieses Jahr wird die Aufgabe für die Ungarn nicht leichter. Sie spielen mit dem THW Kiel und dem Vorjahresersten Valladolid in einer Gruppe. Aber wer weiß schon, was dieses Mal aus der Wundertüte herauskommt? Vielleicht klappt es mit dem Gewinn des Schlecker Cups im 13. Anlauf - im Finale gegen den TBV Lemgo, wo Mocsais Sohn Tamas mitspielt. Dann käme der Stammgast im nächsten Jahr als Titelverteidiger nach Ehingen.